Dienstag, 12. Februar 2008

Nojo

Is einfach mal die Zeit, wieder reinzuschauen. Bald Mitte Februar 2008, mir geht's körperlich schlecht genug - kein Wunder, wenn ich praktisch den ganzen Tag nicht aus dem Bett in meinem engen Zimmer komme. Viel früher wurde mir einmal die Geschichte von einem Guru Sri Aurobindo erzählt, der zunächst die schöne Welt beeinwirkte, dann ging er in ein
Zimmer und kam für dreißig Jahre nicht wieder daraus hervor. Das darf vielleicht astrologisch verstanden werden (mit indischem Verhalt): wer nur nach den Maßen und Zuständen seines Zimmers (irgendeines, auch mehrerer wechselnder) lebt, ist beim Saturn, der einmal in 29 Jahren um den ganzen Himmel zieht. Ich fand diese Geschichte von dem weltverlorenen Guru nur irgendwie ohne Geschmack. In Indien gibt es ja öfter solche Typen (Sadhus), die sich für ganze Leben mit einer Einzelheit fixieren und das als ihr Yoga ausgeben. Und kein Mensch auf weiter indischer Flur, der solche Leute bei der Nase nimmt und ihnen deutlich sagt, was das eigentlich heißt, ein ganzer Mensch zu sein in dieser ganzen Welt. Sick people, was sich ja auch an der Verlorenheit an die Sitte bei denen Indern zeigt. Für einen, der wissen will, was es für ihn Ganzes an der Welt zu finden und zu sein gibt, sind solche ernsthaften Narren das Lächerlichste, was es gibt.
Sonst: wach fühle ich mich nicht gut, aber schlafend träume ich recht exzeptionelle Sachen, feine Dramatik, bemerkenswerte Bedeutsamkeiten usw., die Träume sind, außer meiner kleinen literarischen Beschäftigung, mein einziger Rückzug auf halbwegs zusagende Zustände. Ich schaffe mich sonst, meine Bücherlein eins nach dem anderen drucken zu lassen, suche auch, Köpfe zu erreichen, die vielleicht, nur weil ich ja auch gut bin, etwas für mich tun können, Rezensionen herstellen usw. Die Adressen zu solchem Volk sind leicht gefunden, ein Briefchen dahin geschrieben auch, doch, was soll man sagen, das Pack ist durch die Bank recht grob unhöflich und sagt nicht einmal verbindlich Nein. Nur die Münchner haben ein wenig Manier bewiesen bis jetzt. Werd's ihnen nicht verdenken, auch wenn sie nix für mich tun können. So is eben die Welt.
Meine Tante, die Zwillingsschwester meiner alten Mutter, ist todkrank, hat Speicheldrüsenkrebs, wovon ihr Darm nicht mehr verdauen kann und sie ist sehr schwach davon. Sonst aber noch guten Mutes, sie hat eben Knochen mitbekommen, der auch dann trägt. Man wird ein wenig experte an ihr herumdoktern, doch ist zu vermuten, daß sie nicht mehr lange zu leben hat. Bei dem guten Charakter, den sie mir gegenüber immer bewiesen hat, anders als mein angesichts seines Todes grob würdeloser Vater, überlege, ob ich nicht mich ein wenig deutlicher mit ihr unterhalten sollte, derart, daß sie mir ein wenig mitteilt, wie das ist, dem Tod so nahe zu sein - schließlich habe ich ja auch irgendwann mit meinem Lebensende zu rechnen, da wäre ein wenig Verständigung miteinander vielleicht nicht so falsch. Dann denke, ihr vielleicht ein wenig aus dem tibetanischen Totenbuch zu erzählen, wie dort über die Wiedergeburt gehandelt wird, und wie die todverlorene Seele sich retten kann in die Einsheit mit Wesen jenseits Leben und Tod, den Buddhas, Titanen, Tiergeister und Feen etc., das ist, gerade wenn man ja das Thema wirklich ernstnehmen muß, sehr bedenkenswerte Lehre. Meditation z.B. darüber, in welchen Allgeist (es muß nicht der größte sein, wie ihn die christliche Welt einzig hat) man seine Seele aufgeben kann, um aus diesem Reservoir unsterblicher und ewiger Seelenform irgendwann vielleicht wiedergeboren zu werden. Insoweit es mich angeht, habe ich da so gewisse Wahrnehmungen, die mir andeuten, ich selber sei so wiedergeboren, über ein rundes Jahrtausend weg. Das ergibt sich der Wahrnehmung aus den Sagen und Geschichtlichkeiten, die bei uns, wo ich zu dem Menschen herangewachsen bin, der ich zu sein habe, umgehen. Dieser Vorhalt einer ziemlich gebildeten Meinung wird auch zusehends deutlicher, indem ich ein wenig offizielle Geschichte der Jahrhunderte seit meinem vorigen Inkarnat studiere. Da zeigt sich zum Beispiel, wie es gar kein solcher Zufall gewesen ist, daß ich in meinem Leben mit seinen weiten Wegen ganz bestimmte Plätze in Europa besucht und mir seelisch zu eigen gemacht habe. Diese subtilen Erkenntnisse sind sehr reizend. Ich werde weiter studieren (meist per Wikipedia im Internet), das verspricht, mich immer genauer auf einen gewissen mystischen Punkt, das Geheimnis meines weltlichen Daseins zu bringen. Ich glaube, manche, aber nicht viele Menschen können so präzise ihre Wiedergeburtsform sich verdeutlichen. Das gibt meiner Lebens- und Weltidee wirklich guten Sinn, und ich habe wenig Grund, an einer Lehre zu zweifeln, die mir zentral alles das zu verstehen läßt. Die Tibeter sind gut. Sinnigerweise ist das Totenbuch auch noch in jener Zeit meiner vorigen Inkarnation abgefaßt worden, ist das nicht interessant? In Frankreich, glaube ich, wird man mich mit solchen Wahrnehmungen besser verstehen als hier. Die Deutschen dürfen ihren schwellenden Stolz haben, solche transsaecularen Effekte bei sich hervorgebracht zu haben. Zu verstehen und mitzufühlen brauchen sie dazu nicht viel. Sie richten mir eine äußere Welt äußerlich zu, daß aus dem Formgesetz interaktiver Verhalte derlei erkennbar wird - für mich, den's eben besonders etwas angeht, und sonst dürfen sie mit ihren Teufeln feiern, auf ihre eigene weitere Nichtigkeit. Werd's ihnen nicht übelnehmen.

Dienstag, 8. Januar 2008

Lichtblick

8.1.2008 Heute morgen zum erstenmal seit Langem unerwartet die Venus gesehen.

Dienstag, 13. November 2007

Fortgänge

13.11.07 Mei, wenn man Zeit hat! Es ist ja möglich, ist es, sich den Platon aus dem Internet komplett herunterzuladen (www.opera-platonis.de), und daher versuche ich,
den zu lesen. Das ist aber ein Problem. Außer "Lysis" fand ich da bis jetzt noch keinen
Text halbwegs verständlich. Das scheint nicht nur an der Übersetzung zu liegen. Vielmehr
kommt mir dieses haarspalterische, rechthaberische Durcheinander selbst in deutschen
Worten wie ganz und gar griechisch vor. Die Logik ist eigentlich ganz anders. Soweit es
Platon angeht, halte ich mich doch besser an die Idee, die man von ihm und seinen
Postulaten hat, und erübrige mir solch komplizierten und wirklich völlig futilen Quatsch.

Heut morgen war ein klein meeting mit den Affenköpfen, die von Staats wegen mit mir
befaßt sind. Wie üblich geben sie die bekannten Behauptungen und Meinungen von sich,
die nur dazu taugen sollen, mich von vornherein kategorisch zu verunmöglichen. Widerspreche ich, heißt es: sehen Sie!!, und gebe ich etwas zum Besten aus der Psychoanalyse, Ichschwäche betreffend, die sich an solch kategorischen Überich-Fiktaten
hochzuziehen versucht, heißt es: ja, dann muß ich sehr Pipi, und alles ist in voller
Flucht, nicht ohne vorher zu sagen: ja, das hätten Sie besser haben können (ich kann
Ihnen nämlich was). Das sind Freunde für's Leben, I say. Und solchen Arschlöchern bin ich
nun auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Sehr interessant, was solche psychiat-institutorischen Spezis für törns kennen, um möglichst lange an mir zu verdienen.
Die Schamlosigkeit in solchen Touren ist schon berückend. On verra.

Sonntag, 16. September 2007

Mitte September 2007, im Irrenhaus

Absorbierend, sich ins Internet hineinzuarbeiten. Ennuyant, wieviel Mist darin ist,
Stumpfes, das Dein Durchkommen hemmt. Zwei, drei Tage lang habe ich nun verbracht,
mich kund zu machen darüber, wie wohl am besten ich einige Texte, die nicht von anderen Texten und schlechten Gewohnheiten quatschen, am besten ans elektronische Licht stelle.
Ein Studium. Erst einmal: gute Blog-Foren gibt es fast gar nicht. Der Platz scheint
monopolisiert von der Adresse blog.de in Berlin. Da sind die Leutchen viele, klatschnaß happy, sich produzieren zu können in aller bunten Neuzeitlichkeit. Nicht einfach, dort
stilgemäß zu erscheinen. Sehr ins Licht schiebt sich da eine kluge Conne, die sich
Aphrodite nennt und haufenweise Sexualsymbolik und satt Direktes präsentiert. Immerhin sorgt sie damit in dem Durcheinander für ein wenig beständigen Vordergrund, läßt sich den Spaß anscheinend etwas kosten und versteht eine ganze Menge von der Technik des Sichplazierens in diesem Gewühl. Ich selber habe mich dort angebracht, bin aber von solcher sicheren Unscheinbarkeit umgeben - es war mehr eine Übung, sich überhaupt erst einmal zu finden. blog.de hat einen Ableger blog.fr, was ein sehr viel nüchternerer und ehrlicherer Platz zu sein scheint als der deutsche. Dort habe ich eine längere Schrift plaziert, was zuerst gutging, aber irgendwie muß die deutsche Zentrale das spitz bekommen haben, vielleicht, weil ich nach dort selben Namen und selbes Paßwort benutze;
jedenfalls ist der Apparat mit meinem Beitrag abgehauen, und jedesmal, wenn ich mich in blog.fr melde, kriege nur noch ein deutschsprachiges, abgespecktes Mischmasch zu sehen,
wo man mir den Beitrag von blog.de vorhält, und sonst nichts. Es ist bei blog.de nur ein Beitrag möglich, wenn man nicht zahlt. Na gut. Das mußte ich alles lernen. Dann dachte,
das gibt ja nichts, am besten habe ich eine eigenen homepage, da kann ich präsentieren
für mich selbst. Ging suchen, aber nitschewo! Einen ganzen langen Tag habe ich damit zugebracht, durch immer neuen Versuch und Irrtum zu finden, wie ich da zwischen marktschreierischen Geschäftemachern und Prospektmarkierern bin. Entweder war das Angebot ohnehin zu mager - ich brauchte mindestens 100 Seiten - oder sowieso hakte es
früher oder später in den gebotenen Plazierungsprogrammen. Das war also sicher nichts.
Immerhin war mir aufgefallen, daß sich im Net statt blogspace für alle vor allem Schwätzer geben, die immer nur selbst reden wollen, über Politik, über Bücher, Sitten oder sonstwas. Es war also logisch, daß ich (nachdem ich hier bei Google schon zwei
Blogs plaziert hatte) mal schaue, wer wenigstens ein sonst beziehungsloses Blog beherbergen möchte. Da fanden sich auch sofort zwei reelle Adressen, mybloger.de und manicfish.com. Die machen gar keine Schwierigkeiten. Da ich zuvor schon bei chblog.ch
einen Text unterbringen konnte, den die auch bekannt machen (ordentliche Schweizer!), blieb mir für den heutigen Sonntag nur, nach Listingfirmen zu suchen und mich da vorzustellen. Denn irgendwie ans Licht stellen muß man sich schon, ich möchte ja auch gelesen werden. Auch das ist soweit im Fach, ich hab toll was gelernt in den letzten Tagen und Nächten. Nun ist abzusehen, daß mein MByte-Budget von der Funkkarte bald
matt wird, was heißt, wieder 3 Wochen zu warten und Anderes zu erledigen. Die Beleuchtung des Net in meinem Computer ist jedenfalls sinnfällig geworden. Ich werd mir überlegen können, was mir das Medium sonst wohl sein können wird in den nächsten Monaten.




Mittwoch 19. 9. 07, 6 Uhr morgens. September und Sommerzeit, also ist es noch stockdunkel. Aus lebhaften Träumen erwacht, ohne Wecker. Die Conne ist anscheinend wirklich eine, denkt und schreibt immer nur das eine, wie eine online-Sextelefonistin, gibt damit aber Müsterchen, die nicht ohne Sinn sind. Sowas gibt's anscheinend, Weibsen, welche die Welt nur durch ihre Vulva wahrnehmen können, aber da wenigstens genaue Perzeptionen von wirklicher logischer Wirklichkeit haben. Immerhin war sie so nett, mir auf eine EMail zu antworten, wiederholt, läßt mich den Kopf abgeben, um dann wieder ihren Unterleib-Vers dazu zu geben. Sie berichtete in ihrem Blog von einem kurzen Flug mit einem fast urtümlichen Flugzeug. Consequently träume ich von interessanten Bewegungen durch Gegend, die teilweise wie die Meeralpen oder sonst ein Gebirge aussieht, und zum Schluß findet man sich ein auf einem Feldflugplatz mit lauter Flugzeugen und sammelt sich zu einem kurzen Flug mit zweien davon. Das Internet wirkt zunächst einmal recht stark auf meiner weiter innen gelegenen Imaginationen. Das ist nicht unangenehm, verdeutlicht mir, was das ist, ein Medium, und was damit zu finden ist.

Im Internet gesucht und gefunden: www.opera-platonis.de, eine Gesamtausgabe von Platons Werken in der Schleiermacherschen Übersetzung. Man kann die Texte einfach herauskopieren
und in seinen Computer übertragen. Als erstes las ich Lysis,und dort beeindruckte mich,
ein welch scharfer, mächtiger Geist Platon zu sein versteht, in der Darstellung der Gespräche Sokratis. Beizend stark, echt überzeugend. Da wird der Kopf wach. Nun habe ich mir den ersten Text, Eutyphron, vorgenommen, wo Sokrates schon davon berichtet, wie sich
die Staatsklage gegen ihn anrichtet. Dieser Text macht mir in direkter Lese keine echte Freude. Sokrates, in Platons Schreibe, kann einem auf den Nerv gehen mit seiner Insistenz, die er auf ewig neu ansetzenden Kritizismus verwendet. Es fällt auf, daß er eine Sache niemals bei sich läßt, immer wieder neue Blickansätze von außen darauf findet und da auch seine Argumente mit etwas Tiefe aufstellt. Abziehend davon suggeriert sich
die Idee als ein Konzept des vervierfachten Zweifels, in gewisser Weise die Umkehrung
der synthetischen Triaden bei Hegel später (in Lysis bringt Sokrates in einem Nebensatz einfach das, was später bei Schopenhauer der zentrale Satz vom zureichenden Grund wurde).
Sokrates lebt IN der Stadt, und seine Wachheiten bezieht er vor allem daher, aus der Beobachtung der Werke und Künste dort. So scheint das Muster für den vervierfachten Zweifel, das akut ist, kritisch, sodaß der positivierende Hegel später als geradezu naiv erscheint, aus der Beobachtung des damals noch relativ neuen vierrädrigen Stellwagens zu kommen (dessen Muster sich ja wieder vom vierbeinigen Tier herleitet - in einer Zeit meiner ersten Jugend, als es noch nicht viele Autos gab, habe ich das expreß so wahrgenommen). Die erste Zwiefalt entsteht dabei aus der Wahrnehmung der beiden Enden
des Langbalkens, die zwiefach zweite aus den Zweiendigkeiten der Achsen, woran die Räder sich befinden. Sokrates könnte immerhin dieses Teilprinzip verallgemeinern, doch das tut er nicht, geht nicht über das gesehene Phänomen hinaus. Es ist da so, daß man über die wirklichen Schwierigkeiten der Konzeptverdeutlichung hinauskommen muß zu einer ideehaften Wahrnehmung, und hat man diese, wird erkennbar, von welchem realen Phänomen Sokrates / Platon abhebt. Das ist ein Gesichtspunkt, den man da wohl immer beachten kann.
Ich vergesse bei der Lektüre der manchmal sehr eingehenden Erörterungen nie, daß es Platon ist, der eine Idee von Sokrates wiedergibt, eine Erdenkung, am lebenden Muster geprägt. Die logische Schärfe ist beträchtlich, nur kann einen wundern die Getriebenheit, mit der Sokrates offenbar in seiner absetzenden Weise argumentieren MUSS -
das wirkt ein wenig verstörend. Die geselligen Griechen zu der Zeit wußten sich wohl ziemlich auf die Nerven zu gehen. Angesichts des Mangels an sonstiger komplexer Phänomenalität wie etwa symphonischer Musik oder Medien mit Tiefe scheint die das aber wirklich zu unterhalten. Erhellend immerhin die Wahrnehmung, wie bei Platon / Sokrates
Denkfiguren ganz leger zu finden sind, auf denen viel Spätere in einer Zeit, als man
Platon in der Schule zu lesen bekam, ganze philosophische Systeme aufbauen. Mal gespannt,
was ich da vielleicht noch finden werde...